BÜCHER ÜBER AYURVEDA

BÜCHER ÜBER AYURVEDA

Einführung

Ayurveda gehört zu den ältesten medizinischen Wissenschaften der Welt. Man schätzt, dass sie auf dem indischen Subkontinent vor ca. 5 000 Jahren entstanden ist. Überdies zählt sie zu den ältesten dokumentierten Wissenschaften.

Aufgrund der sich ändernden Lebensweise und der Zunahme von Stressfaktoren suchten die Menschen natürliche Methoden der Heilung, so entstand die Ayurvedalehre. Ayurveda bedeutet wortwörtlich „Wissen vom Leben“.

Die Ayurveda Bücher, auch Granthas genannt, beschreiben im Wesentlichen wie man ein langes Leben ohne Krankheiten führen kann, geben vorbeugende und soziale Maßnahmen und vermitteln medizinisches Wissen, die den Menschen helfen, ein Leben ohne physische und psychische Krankheiten zu führen.

In den alten Zeiten war Ayurveda weltweit bekannt – dank der Reisenden, die ihre Version über die in Indien erlernte Ayurvedalehre dokumentiert hatten – Griechen, Römer und der Nahe Osten. Buddhistische Mönche verbreiteten Ayкrveda in Tibet, Nepal und in China.

Wenn man Ayurveda in der tiefsten Form begreifen will, muss man Sanskrit verstehen und lernen.

Sanskrit

Sanskrit ist die Sprache, von der die gegenwärtigen indischen Sprachen stammen. Alle Granthas oder Texte sind auf Sanskrit geschrieben. Diese Sprache hat uns also die Fähigkeit gegeben, die Wissenschaft zu verstehen und besser zu interpretieren.

Da es sich um ein sehr, sehr altes Wissen handelt, ist für die Menschen von grundlegender Bedeutung zu verstehen, was die alten Bücher oder Granthas genau bedeuten. Die indischen Ayurveda Bücher oder Granthas sind in Form von gereimten Sholas oder Versen geschrieben. Durch diesen Stil kann die vedische Tradition zur oralen Erhaltung des Wissens behalten werden.

In der Gegenwart dokumentieren viele ayurvedische Ärzte ihre umfangreiche Erfahrung schriftlich, um der nächsten Generation zu helfen, die Wissenschaft in der Landessprache besser zu verstehen.

Die Sholas sind so geschrieben, dass sie gut wiedergegeben werden und im Gedächtnis bleiben können, weil alle Sholas oder Granthas in der Antike auswendig rezitiert und geprägt wurden.

Im Laufe der Zeit wuchs auch die Notwendigkeit, dieses enorme Wissen aufzuschreiben. Aus diesem Grund schrieben alle Weisen bzw. Vaidyas der Antike einen Satz aus Granthas auf Palmenblättern.

Nach Ayurveda ist Gott Dhanvantari der Gott der Ayurvedalehre und der Gesundheit.

Nach der Schrift „Astanghridya“ gab Gott Brahma Ayurveda den Menschen, damit sie die Leiden der Menschheit durchleben können. Die Weisen brachten das Wissen auf die Erde mit, um den Menschen zu helfen, das Leben zu verstehen und ein gesundes und langes Leben zu genießen.

Uralte Geschichte

Ayurveda entwickelte sich schnell in der vedischen Zeit.

Die Vedas sind das älteste Schriftstück, das die Menschheit besitzt.

Es gibt 4 Vedas

  1. Rig-Veda – Einführung in Panchamahabuta oder die grundlegenden Elemente.
  2. Sama-Veda.
  3. Yajur-Veda.
  4. Atharva-Veda.

Ayurveda ist ein Zweig von Atharva-Veda. Das Leben oder Ayu stellt nach Ayureda eine Kobination aus Samyoga oder Gleichgewicht zwischen Verstand, Körper und Seele dar.

Ayurveda besagt folgendes: Was in der Natur, das auch in dem Körper. Deswegen beeinflusst die Natur den Körper sowohl positiv als auch negativ. Die Nahrung, die Jahreszeit, der Tag und die Nacht beeinflussen den Körper.

Diese Wissenschaft stellt ein Produkt ständiger Prüfung und feiner Einstellung dar und entwickelt sich kontinuierlich. Diese Besonderheit ist auf das Sandheya Sambhasha Konzept (Diskussion, Bestätigung der aktiven Kommunikation mit den Ärzten) zurückzuführen.

Später schrieben Acharyas/Wissenschaftler wie Charak,Shusharut and Vagbhatdas Wissen auf und dokumentierten es in Manuskripten auf Sanskrit.

Später wurden dieselben Texte durch Tikakars (Interpretationen) wie Dalhan für Shushrut und Arundatta für Charak eingehend erklärt. Somit wurde der Text verständlicher.

Betrachten wir kurz die Art und Weise des Dokumentierens von Ayurveda:

  1. Rezitieren (Einprägen)
  2. Manuskripte (Palmenblätter)
  3. Granthas Bücher
  4. Nachfolgend stellen wir eine zusammenfassende Auslegung der großen Bücher, die für Anfänger geeignet ist, damit sie neue Bücher und Autoren nach dem individuellen Bedürfnis begreifen.

Für Ayurveda Einsteiger. Es gibt zwei Aten von Ayurveda Büchern

  1. Die eine Art – das ist die alte Version von Sanskrit oder die schriftliche Version, die aus den originalen indischen Sprachen ins Sanskrit übersetzt wurde. Daraus stammen die anderen Landessprachen.
  2. Neue Bücher – auf die Landessprachen der Wissenschaftler oder auf Englisch gefasst, um für die einfachen Leute verständlich zu sein. Betrachten wir die Texte der Granthas/Ayurveda, wird uns klar, dass sie auf Sanskrit geschrieben sind und einem spezifischen Modell folgen.

Das Hauptbuch heißt Grantha. Es teilt sich in Stahanas oder Untertitel je nach dem Inhalt, der erklärt wird. Stahanas sind wiederum in Adhayas oder Kapiteln gegliedert. Das erklärt die Notwendigkeit, das Thema in Stahanas zu gliedern. Die Adhayas sind in bestimmter Anzahl von Sholas geschrieben.

Sholas sind nach dem Konzept der Adhayas geschrieben Die Sholas sind so geschrieben, dass das Wissen sich nicht wiederholt und dass sie Wiedergabe eines und desselben Inhalts vermieden wird, damit die Granthas kurz bleiben.

Aus diesem Grund ist es wichtig, die Kenntnisse als Ganzes zu vergleichen oder miteinander zu verbinden und das Buch als eine Einheit und nicht nach einzelnen Kapiteln/Stahanas zu betrachten.

Deswegen können wenige Worte viele Bedeutungen wiedergeben.

  • Eg- grantha/Buch – astang hridaya von Vagbhatta
  • Stahana-sutrasthana
  • Adhaya/Kapitel – ayushkamiya ashaya


Wie ist Grantha/der ayrvedische Text geschrieben

 Ayurveda beschreibt 8 Fachrichtungen.

  • Kaya – Medizin
  • Bala – Kinderheilkunde
  • Graha – Psychiatrie
  • Shalya – Chirurgie
  • Shalakya – HNO
  • Visha – Toxikologie
  • Jara/rasayana – Geriatrie und langes Leben, gesundes Leben
  • Vajikaran – Aphrodisiaka, Verbesserung der Gesundheit der Generation.

Betrachten wir z.B. astang hridaya

Sthanas                                   Adhayas/Kapitel

Sutrasthana                                  30

Sharirsthana                                  6

Nidansthana                                  16

Chikitsasthana                               22

Kalpasiddhisthana                             6

Uttrasthana                                  40
Diese Kapitel enthalten Informationen/Wissen entsprechend den angegebenen Kapiteln.

 

Kurzbeschreibung der Sthanas Am Beispiel von astang hridaya


Sutrasthana

Hier werden die grundlegende(n) Lehren/Konzepte über Ayurveda, die Grundsätze der Gesundheit, die Prävention der Krankheiten, die Merkmale der mit den Diäten und den Medikamenten, mit der Physiologie und der Pathologie verbundenen Artikel behandelt.

Sharir sthana

Behandelt die Embryologie, Anatomie, Physiologie, die Prognosezeichen.

Nidan sthana

Untersucht die Ursache, die Vorbotensymptome, das Wesen, die Merkmale, die Pathogenese und die Prognose wichtiger Krankheiten.

Chikitsa sthana

Diese Sthana entwickelt die Behandlungsmethode für alle bedeutenden Krankheiten, einschl. medizinischer Rezepte, Diät entsprechend der Erkrankung und Patientenversorgung.

Kalpa und siddi sthana

Diese Sthana erklärt die Vorbereitung der Rezepturen, die Verwaltung der Reinigungstherapien/Pascatakarma, die Verwaltung der Komplikationen bei den Prozeduren und den Grundsatz der Pharmazie.

Uttra sthana

Diese Sthana ist den anderen sieben Fachrichtungen in Ayurveda gewidmet. Psychologie, HNO Krankheiten, Chirurgie, Toxikologie, Geriatrie, Aphrodisiakum und Verbesserung der Gesundheit der Generation.

 

Kurzbeschreibung der wichtigsten Ayurveda Granthas/Texte

Wir können also die zwischen alten Texten und neuen Büchern unterscheiden.

 

Alte Texte

Die grundlegenden/Haupt-Grathas oder (grundlegende Ayurveda Texte)

  1. Charaka Saṃhitā– von Charaka, Agnivesha

Dieser Text beruht grundsätzlich auf ein gesundes und langes Leben und ist vorwiegend mit der Medizin verbunden.

Charaka folgt der Aterya Ärzteschule, die hauptsächlich die innere und die äußere Medizin und Behandlung betrifft. Der Text gibt die Zeit und Art an, in der die Pflanzen zu sammeln sind. Man nennt diesen Text auch Samhita von Agnivesha. Er besteht aus 8 Sthanhas und 120 Adhayas oder Kapiteln. Dort sind mehr als 600 Arzneien pflanzlicher, mineralischer oder Tierischer Herkunft aufgeführt.

  1. Suśruta-saṃhitā – von Suśruta  

Das ist der erste alte Text, in dem die Chirurgie erwähnt wird, deswegen nennt die gegenwärtige Wissenschaft Suśruta den Vater der Chiurgie.  Dort wird die Art und Weise der Dissektion des Körpers beschrieben.

Man findet auch Erläuterungen über die kosmetische Chirurgie im Zusammenhang mit den Ohren, der Nase, dem Hirn und mit anderen umfangreichen Operationen wie Prothesenchirurgie.

In diesem einzigartigen Text sind die zentralen Punkte oder Marmas beschrieben.

Die Anatomie ist auch ausführlich beschrieben. Mehr als 120 Arten von chirurgischen Instrumenten sind in dem Text erklärt. Ach die Embryologie wird ausführlich erklärt.

  1. Astanghridaya – von Vagbhatta

Er hatte den Text unter Berücksichtigung von Charaka und Suśruta abgefasst, die wichtigsten Abschnitte abgeleitet und versucht, alle Mängel von den früheren Texten zu beseitigen.

Außerdem hatte er sämtliche Erkenntnisse aus den früheren Texten klar und verständlich wiedergegeben, die Inhalte nicht wiederholt und eine kurz gefasste Version dargestellt, die alles verdeutlicht.

All diese Texte erklären und umfassen sämtliche 8 Fachrichtungen und die jeweiligen Fachgebiete. Zu den faszinierendsten Aspekten von Ayurveda gehört, dass diese Lehre alle anderen Lehren annimmt und in sich vereinigt, um sich zu entwickeln.

Ein Beispiel aus unserer Gegenwart sind: Yoga, Meditation, Gemmologie, Astrologie und die Sprachen.

       Es folgt dann Laghutrayi (3 kleine Ayurveda Traktate)

  1. Madhav nidan von Madhav kara

Das ist ein umfassendes Werk über die Pathogenese der Krankheit, die eine detaillierte Beschreibung der Ursachen, Symptome, Ätiologie, Komplikationen der Prognose und der Behandlung der Krankheiten liefert. Dort sind die Ashtavidha Pariksa (8 diagnostische Punkte) erklärt.

  1. Bhavprakash von Bhav Mishra

Das ist eine der wichtigsten Kräuterkombinationen, die in Ayurveda samt all ihren Eigenschafen und Anwendungen angeführt sind. Die pflanzlichen Arzneimittel werden nach folgenden Merkmalen beschrieben: Geschmack, Qualität, Kraft, Wirkung nach der Verdauung, spezielle Effekte und Nutzen gegen die Krankheit.

  1. Sharandar samhita von Sharandhara,

Hier werden hauptsächlich Informationen über verschiedene Arzneimittelzubereitungen behandelt. Enthält Themen im Zusammenhang mit der Vorbereitung der Nahrung, den medizinischen Anwendungen von Metallen, zahlreichen Behandlungen spezifischer Krankheiten, mit ihrer Diagnose und mit den Symptomen. Behandelt werden auch die Begriffe, die Gewichte, Maße, die Vorbereitung der Arzneimittel, die Prüfung des Pulses sowie die metallurgischen Techniken. Gliederung: 3 Abschnitte, 32 Kapitel und 2 600 Versen.

Rasashastara (indische Alchemie)

Da ist der pharmazeutische Zweig von Ayurveda, der hauptsächlich die Metalle, die Mineralien, die Produkte tierischer und pflanzlicher Herkunft untersucht und ihre therapeutische Anwendung ausführlich beschreibt. Er liefert auch eine umfassende Beschreibung der aus Quecksilber und aus allen anderen in dieser Ära verfügbaren Metallen und Mineralien hergestellten Arzneimittel.

Diese Texte beziehen sich auf die Verwendung von Metallen und Mineralien durch ihre Reinigung, Verzehr und Verwendung als Arzneimittel zur Behandlung von verschiedenen Krankheiten, indem sie derart verarbeitet werden, dass für den menschlichen Körper geeignet sind. Einige Bezeichnungen der Texte: Rasa ratnasamucchaya, Rasendra chudamani, Rasa hidriya tantra.

Nighantus 

In den späteren eiträumen nach 500 nach Christi.  Es wurden nur die Haupttexte, die Nighantus, geschrieben.

Sie beziehen sich hauptsächlich auf die Pflanzen und ihre Anwendungen sowie auf die Rezepturen.

Einige berühmte Nighantus sind: Bhavprakash, Raj ,Shaligram, Shodal, Kaidev, Nighantu sangraha etc.

Es gibt auch sehr berühmte Texte  zu verschiedenen Themen:

Zum Beispiel:

  • Yog ratnakar
  • Bhaishjya ratnavali
  • Sahasara yogam (1 000 Rezepturen)
  • Bharat bhaishjya ratnakar
  • Kashyap samhita (Text in Bezug auf die Kinderheilkunde)
  • Bhel samhita
  • Haritha samhita

etc.

Gegenwärtige Lehrbücher 

Hauptsächlich von den alten und wichtigsten Texten inspiriert, gliedern sie sich in Fächern, Krankheiten, Medizin, Diät, Yoga, Gewürzen, grundlegenden Fundamenten und werden in Landessprache oder in Englisch verfasst, um von der neuen Generation verstanden zu werden.

Zusammenfassung 

Heutzutage gewinnt Ayurveda immer mehr an Popularität und entwickelt sich kontinuierlich.

Ayurveda ist berühmt, weil diese Lehre folgende grundlegende Begriffe behandelt:

  • Verbindung mit der Natur
  • Ganzheitlichkeit
  • Wir sind das, was wir essen
  • Tägliches und saisonbedingtes Regime
  • Ausgewogene Ernährung und einzigartiges Konzept über das Verdauungsfeuer und über die Verdauung (Agni-Konzept)
  • Gesundheitsvorsorge und Gesundheitsförderung durch Rasayana.

Das oberste Ziel von Ayurveda lautet: den Menschen helfen, ein gesundes und langes Leben zu haben.

Für den Menschen, der auf der Suche nach Gesundheit ist, ist es wichtig, die Geschichte ihre Verbindung zu Ayurveda und zum Hauptgrundsatz dieser Lehre zu kennen, um die Anwendung dieses Wissens in unserer Gegenwart schätzen zu können.

Selbstverständlich sind die klassischen Ayurveda Texte keine einfache Lektüre, sie sind für Vaidyas oder für ayurvedische Ärzte bestimmt. Die neuen Bücher sind einfacher geschrieben und dementsprechend auch verständlicher, was zu einem klaren Ayurveda-Konzept führt.